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Bitte nicht immer dieser Einheitsbrei!
Nur wenige Worte vorab: Blumen, Treppen, kleine Männer mit behaarten Füßen und Epik. Einerseits frage ich mich ob die Verlage nicht wollen, dass wir ein abwechslungsreiches Leserleben haben oder wir selber sind schuld an diesem Einheitsbrei.
Beim Durchblättern der Vorschauen der großen Verlage wird eines wieder ganz klar. Seit Kate Morten und Lucinda Riley sind Treppen und Blumen auf Covern nicht mehr wegzudenken. Schon beim ersten Blick auf das Cover lässt sich erahnen was dahinter steckt: Eine geheimnisvolle Familiengeschichte meist mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit und natürlich mit ganz viel Herz. Hach, ist das schön. Es muss ja nicht literarisch sein, aber wieso müssen denn immer alle gleichzeitig von der Brücke springen? Sonst will der Mensch doch auch kein Mitläufer sein, auch wenn er unwiderruflich ein Herdentier ist.
Ebenso verhält es sich in jedem anderen Genre. Selbst in der Fantasy, in welcher man so gut wie alles tun und lassen kann, solange es nachvollziehbar ist. Ein weiser Mann – Jasper Fforde
– sagte bei der Macando Lesung im letzten Jahr, dass er sich für die Fantasy entschieden habe, weil er dort seine Kreativität ausleben könne und an keine Statuten gebunden sei. Er kann seine eigene Welt erschaffen. Das macht er auch. Seine Bücher sind alle von Grund auf verschieden. Jasper Fforde versteht es mit Sprache zu spielen, obwohl auch er auf literarische Vorlagen bei seiner Thursday-Next-Reihe zurückgegriffen hat.
Davon kann sich manch ein Autor eine Scheibe abschneiden. Es ist nämlich tatsächlich so, dass nach einem epischen Fantasyerfolg wie aktuell George R. R. Martins Das Lied von Eis und Feuer nicht zig weitere Folgen müssen bei welchen zufälliger Weise „Der Winter naht!“ und der Thron erkämpft werden muss.
Gleichfalls auffallend ist das vermehrte Aufkommen von kleinwüchsigen Menschen mit haarigen Füßen in der Fantasy. Der Hobbit hinterlässt in der Bücherwelt schon seit Jahrzehnten seine Spuren. In Anbetracht des herannahenden Kinostarts sogar deutlich vermehrt. Schon in Hyddenworld werden die Halbwüchsigen nicht Hobbits genannt, doch man hat in diesem Buch die von Tolkien erschaffenen Wesen im Kopf. Das ist insoweit nicht schlimm. Aber in meinen Augen ist Hyddenworld der erste Vorbote des literarischen Hobbit-Flashmobs des Winters.
Natürlich gibt es trotzdem jede Menge Lesestoff, aber ich möchte viel mehr sagen: Ein Trend muss nicht bis zum letzten Tropfen ausgekostet werden. So, genug gedacht. Weiterlesen!
Bildquellen: Naturtoprint | Cover von Klett Cotta
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roxann.hill
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