Artikel Kommentare

Buchleben » lesen! » Gelesen!
Das 500. Jubiläum der Sixtina-Fresken naht: Der sixtinische Himmel

Am 1. November 2012 ist das 500. Jubiläum der Fresken der Sixtinischen Kapelle. Warum also nicht einen Roman über und mit Michelangelo Buonarroti schreiben?

Der Inhalt

Michelangelo Buonarroti ist Bildhauer. Anfang des 16. Jahrhunderts wird er von Papst Julius II dazu beauftragt sein Grabmal zu errichten. Es soll alle Maßstäbe sprengen und mit insgesamt 40 Marmorstatuen ausgeschmückt sein. Michelangelo möchte nur den besten Mamor für diesen Auftrag haben, weshalb er sich höchst persönlich auf den Weg macht um diesen zu beschaffen. Als er nach einigen Monaten nach Rom zurückgekehrt ist, hat es sich der Papst anders überlegt und gibt Michelangelo die Aufgabe das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle zu erneuern.
Zur gleichen Zeit sucht Aurelio Kontakt zum großen Künstler und seinem persönlichen Vorbild. Dieser einfache Bauernjunge aus Forli hat begabte Hände und möchte bei Michelangelo in die Lehre gehen. Dieser ist zu Anfang skeptisch, bis er etwas Besonderes in Aurelio entdeckt, allerdings keinen Bildhauer, sondern vielmehr seine Muse.
Es beginnen harte Jahre für den Bildhauer und seinen Gehilfen. Zeiten der Trauer, des Zorns, der Liebe und der Krankheit. Vor allen Dingen ist Michelangelo darüber erbost, dass der Papst ihn zwingt zu malen. Er sei schließlich ein Bildhauer. Doch letztlich sollen die Sixtina-Fresken sein Lebenswerk bilden, weshalb er weltweit Ruhm erlangen soll.

Fazit

Buchausstattung … und Spencer. ;)

Die Geschichte, die Leon Morell aufgreift, ist interessant und vielschichtig. Inwiefern Der sixtinische Himmel fiktiven Ursprungs ist und wie viel der Wahrheit entspricht, ist für Laien schwer zu beurteilen. Auch die Aufbereitung des Buches ist sehr ansprechend. Da man während der Lektüre stets das Bedürfnis hat die Fresken zu betrachten, findet sich im Buchumschlag eine Abbildung derer. Der Vorsatz des Buches ist ebenfalls mit einer Abbildung und entsprechenden Nummerierungen versehen, damit man den Überblick über die einzelnen Abschnitte behält.
Eher nebensächlich, aber dennoch präsent sind die Konflikte zwischen Italien und Frankreich, welche das Voranschreiten der Arbeiten am Fresko wesentlich beeinflussen. Ebenso die bestehende Gefahr durch die Pest und die stetig wechselnden Arbeitsbedingungen für Michelangelo und seine Bottega durch jahreszeitbedingte Wetterveränderungen.
Leider gelingt es dem Autor dennoch nicht vollends die Stimmung der Epoche aufzufangen. Sicherlich spürt man Michelangelos Neigungen zur Homosexualität und seinen Drang für die Kunst zu leben und ebenso Aurelios Gefühlswelt, doch leider fehlt das gewisse historische Flair. Sehr geschickt geht Morell mit dem Aufkommen neuer Wörter um, die für den Durchschnittsleser nicht unbedingt geläufig sind. Während man sich bei der ersten Erwähnung noch fragt was dies genau bedeutet, wird der Sachverhalt kurz danach aufgeklärt.
Trotz kleinerer Abstriche fesselt das Buch. Google ist während der Lektüre ein sehr guter Freund, da man nicht daran vorbei kommt sich die beschriebenen Statuen von Michelangelo und die Arbeiten seiner Kontrahenten Raffael und Donato Bramante zu begutachten.

Bewertung

Ein lesenswerter historischer Roman für Zwischendurch. Für diejenigen, die bereits in Rom die Fresken bewundern durften, sicherlich noch einmal lesenswerter.

 

 

Der Autor

Leon Morell ist ein Pseudonym. Der Autor studierte Musik und Literaturwissenschaften. Er schrieb mehrere Romane und Sachbücher.

Quelle Erschaffung Adams: ikonenmagazin.de 

Titel: Der sixtinische Himmel
Autor: Leon Morell
Genre: Historischer Roman
ISBN: 9783502102243
Verlag: Scherz, 2012
Seiten: 579
Preis: 19,99 €
Leseprobe 

Veröffentlicht unter: lesen! · Etiketten: , , , , , , , , ,